Verlegung weiterer Stolpersteine

Beschlussempfehlung: Fortführung der Verlegung von Stolpersteinen für die Opfer des Nationalsozialismus

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind im Stadtgebiet von Werne 40 Stolpersteine zum Gedenken an die Verfolgten jüdischen Glaubens verlegt worden. In der Anlage sind weitere vier Personen aufgeführt, die während der NS-Zeit in Werne gelebt und nach den Kriterien des Künstlers Günter Demnig einen Anspruch auf einen Gedenkstein haben. Diesen Anspruch haben auch vier politisch verfolgte Werner Bürger, die während der Inhaftierung durch die Nationalsozialisten verstorben sind. 

Personen, für die noch Stolpersteine zu verlegen sind:

Jüdische Bürger, die nach Januar 1933 verstorben sind:

  • Salomon, Siegmund (15.04.1855 – 14.05.1938) 
    Vater von Heinrich (der den Holocaust durch Flucht überlebte), und Herta (verh. Schleimer).
    Bruder von Philipp, Emma und Julius Salomon. 
    Wohnhaft: Burgstr. 15, Markt 12 
  • Salomon, Philipp (06.09.1861 – 28.02.1933) 
    Bruder von Siegmund, Emma und Julius 
    Wohnhaft: Burgstr. 15 
  • Simons, Herz (22.04.1864 – 15.04.1933) 
    Ehemann von Julie, geborene Rosenberg 
    Wohnhaft: Roggenmarkt 17 
  • Simons, Isaak (26.07.1857 – 27.12.1938 in Ahlen, am 25.10.1938 von der Steinstr. 40, dem letzten freiwillig gewählten Wohnsitz, dorthin verzogen)

Politisch Verfolgte, die im KZ bzw. Haft verstorben sind:

  • Beckmann, Anton (30.11.1880 – 07.03.1945) 
    Wohnhaft: Burgstr. 6 
    Beckmann wurde am 08.06.1944 vom Sondergericht in Münster wegen staatsfeindlicher Äußerungen zu einer Gefängnisstrafe von 9 Monaten verurteilt. Er wurde am 07.07.1944 zur Verbüßung der Strafe im Landgerichtsgefängnis Arnsberg inhaftiert und ist dort am 07.03.1945 wahrscheinlich an den Folgen der Unterernährung gestorben. 
  • Bode, Ludwig sen. (19.12.1879 – 1945) 
    Wohnhaft: Bergstr. 41 / ab 24.2.1941 Bonenstr. 25 
    Bode war Knappschaftsinvalide (Bergmann) und ist aus politischen Gründen – er war u.a. jahrelanges Mitglied der SPD im Stadtrat der Stadt Werne und im Kreistag des Kreises Lüdinghausen – vom 24.06.1933 bis 11.09.1933 im KZ-Lager Börgermoor untergebracht gewesen. Kurz nach dem 20.07.1944, dem Tag des Attentats auf Adolf Hitler, wurde er wiederum inhaftiert und im KZ-Lager Sachsenhausen in Oranienburg untergebracht. Am 16.01.1945 erfolgte die Überführung von dort in das KZ Bergen-Belsen. Über seinen weiteren Verbleib ist bisher nichts bekannt geworden. Bode wurde nach dem Krieg für tot erklärt. 
  • Klosterschulte, August (06.04.1870 – 14.01.1940) 
    Wohnhaft: Varnhövel 18, heute Varnhöveler Str. 41. 
    Klosterschulte war Gutsbesitzer in Werne. Er wurde im November 1939 wegen seiner antifaschistischen Einstellung im KZ-Lager Sachsenhausen in Oranienburg untergebracht und ist dort nach schweren Misshandlungen am 14.01.1940 verstorben.
  • Klosterschulte, Karl-Otto (12.04.1922 – 04.08.1942) 
    Wohnhaft: Varnhövel 18, heute Varnhöveler Str. 41. 
    Karl-Otto Klosterschulte, Sohn von August und Auguste Klosterschulte, wurde am 04.08.1942 im KZ Dachau standrechtlich erschossen. 

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