SPD-Kandidat Schmeltzer gewinnt Wahlkreis 116

Bildmaterial des Westfälischen Anzeigers

Bericht des Westfälischen Anzeigers vom 09.05.2010

WERNE ▪ Im hiesigen Wahlkreis 116 Unna II ticken die Uhren nicht anders als im Rest des Landes Nordrhein-Westfalen. Der SPD-Kandidat Rainer Schmeltzer entschied das Rennen mit 46,5 Prozent der Stimmen klar für sich.

Die CDU fuhr deutliche Verluste ein, mit 31,9 Prozent war der CDU-Newcomer Niels Neugebauer zweiter Sieger. Nur in Werne hatte der 29-Jährige aus Selm mit 40,4 Prozent der Stimmen einmal die Nase vorn – und doch 8,2 Prozent gegenüber dem Ergebnis seines Vorgängers, Ex-MdL Klaus Stallmann, verloren. Die Grünen legten um 100 Prozent zu.

Kann also ein Sozialdemokrat in Werne nicht gewinnen? „Werne ist traditionell nicht sozialdemokratisch geprägt, deshalb bin ich mit dem Ergebnis durchaus zufrieden“, antwortete Rainer Schmeltzer im Telefongespräch. Als stellvertretender Fraktionsvorsitzender war er am Wahlabend in Düsseldorf dienstverpflichtet und feierte später mit den Parteifreunden in seiner Heimatstadt Lünen. Da holte Schmeltzer 51,3 Prozent, in Neugebauers Heimatort Selm 41,3 Prozent. Dort hatte 2005 noch die CDU vorn gelegen; Neugebauer fiel von 46,5 auf 37,3 Prozent. „In Selm habe ich das beste SPD-Landtagsergebnis aller Zeiten, im Wahlkreis liegen wir über dem Landesschnitt. Das macht mich ein Stück weit stolz“, sagte Schmeltzer.

Heute Nachmittag ist er wieder in der Landeshauptstadt zur Stelle, wenn sich die SPD um Hannelore Kraft neu formiert. Über persönliche Ambitionen mochte der bisherige Fraktionsvize nichts sagen: „Ich habe mir in der Partei nie persönliche Ziele gesetzt. Hannelore Kraft wird sagen, wo mein Platz ist. Das nehme in dann an.“

Ganz im Landestrend legten auch die Grünen zu und verdoppelten mit knapp 9 Prozent ihr Ergebnis von vor fünf Jahren. Die Liberalen konnten es bei der Erststimme (5,4 Prozent) in etwa halten, profitierten aber bei der Zweitstimme (7 Prozent) in Werne nicht mehr vom Hoch zur Kommunal- und Bundestagswahl 2009 mit 16 Prozent und mehr.

Nach dem Sturz auf 35 bzw. 38 Prozent bei diesen Wahlen 2009 verbuchte die CDU auf Ortsebene einen Aufwärtstrend. Die SPD muss mit Vergleichswerten um 25 Prozent feststellen, dass ihr der Wähler im Land erneut mehr zutraut als in Rat und Bundestag.

Artikel kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.