Ausschuss entscheidet sich gegen eine Freilauffläche für Hunde an der Saline in Werne, sucht aber nach Alternativen

Bericht des Westfälischen Anzeigers vom 26.03.2010

WERNE ▪ Eine Hundeauslauffläche in nächster Nachbarschaft zum Kinderspielplatz an der Saline? Diesen Antrag der Grünen hielten die übrigen Fraktionen im Ausschuss für derlei Ordnungsangelegenheiten für keine gute Idee.

Recht blauäugig hat die Fraktion dabei auch nach Einschätzung der Verwaltung unterstellt, dass damit am Stadtpark ein gedeihliches Miteinander verantwortungsbewusster Hundehalter und ihrer Mitmenschen gefördert werde, auch zur Freude der vielen Senioren an dem beliebten Freizeittreff. Vom Tisch ist der Antrag nicht. Damit Hund und Herrchen in der Innenstadt zu ihrem artgerechten Auslauf kommen, setzte der Ausschuss am Mittwochabend eigens einen interfraktionellen Arbeitskreis auf die Fährte, um Alternativen aufzuspüren.

„Das ist die berühmte Frage von Theorie und Praxis“, sagte Ordnungsamtsleiterin Kordula Mertens auf die Antragsbegründung von Kirsten Rüsing. „Die tägliche Erfahrung lehrt uns, dass es zwischen den gut 2 000 Hundehaltern und den übrigen 30 000 Wernern immer wieder zu Konflikten kommt. Und immer heißt es: Mein Hund macht nichts. Wir hatten heute erst wieder zwei Vorfälle.“

Rüsing hatte damit argumentiert, dass die Stadt laut Rechtssprechung aus Tierschutzgründen verpflichtet sei, Auslaufbereiche ohne Leinenzwang zu schaffen. Dem kommt die Stadt im Außenbereich nach. Die Grünen sehen aber ein Problem darin, dass Bewohner der Innenstadt die freie Flur teils nur mit Aufwand oder gar nicht erreichen, weil sie nicht mobil sind. Deshalb solle die Verwaltung ein artgerechtes Angebot für die Hundehaltung im Zentrum schaffen.

Das stieß bei den anderen Fraktionen, in denen einige sich sogleich als Halter offenbarten, durchaus auf Gegenliebe. Nur soll es ein anderer Standort sein. Dass die Ordnungsbehörde keine städtische Ausweichfläche erkennen kann, soll nicht das letzte Wort gewesen sein. Der Arbeitskreis wird das prüfen. Im Gespräch ist die Grünanlage an der Horne zwischen dem Stadthaus und der Feuerwache. Die SPD brachte außerdem das brachliegenden Zinke-Gelände in privater Hand an der Burgstraße ins Gespräch. ▪ bkr

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