Meinungen zum Schulzentrum gehen auseinander

Bericht der RuhrNachrichten vom 22.12.2010

WERNE Kurz vor Weihnachten redet Lothar Christ in Sachen Schulzentrum Klartext. Durch die jüngsten öffentlichen Äußerungen sieht der Bürgermeister den sozialen Frieden gefährdet und ruft alle zur Zusammenarbeit auf.
Ursula Jahn-Gilles, Schulleiterin der Konrad-Adenauer-Realschule, hatte im Rahmen einer Veranstaltung für Eltern von Viertklässlern erklärt, dass sie sich für eine Trennung von Haupt- und Realschülern im künftigen Schulzentrum einsetzen werde.
Auch wenn der Bürgermeister weder die Schulleiterin noch die Realschule konkret erwähnt, sprach seine Stellungnahme deutliche Worte.

Stellungnahme des Bürgermeisters

Auch im Namen der im Rat der Stadt Werne vertretenen Fraktionen möchte ich zur aktuellen Situation unseres Schulzentrums folgende Erklärung abgeben:

Der Ratsbeschluss vom 16.04.2009 zur Errichtung eines „Schulzentrum Bahnhof Str.“ hat selbstverständlich Gültigkeit und wird von allen Fraktionen mitgetragen. Es entsteht ein Schulzentrum für die beiden bestehenden Schulformen Real- und Hauptschule, die in ihrer Eigenständigkeit Bestand haben. Die Schulpolitik des Landes wird jedoch voraussichtlich im nächsten Jahr unabhängig vom Ausgang der Landtagswahlen Veränderungen gerade im Bereich der Schulformen Realschule und Hauptschule mit sich bringen.
Mit einem innovativen Schulgebäude, welches neue pädagogisch Aspekte und besonders auch die Versorgung unserer Kinder- und Jugendlichen in einer künftigen Ganztagsschule berücksichtigt, stellt sich die Stadt Werne zukunftsorientiert auf, und bietet die Möglichkeit auf aktuelle Schulentwicklungen adäquat reagieren zu können.
Der nach einem aufwändigen Verfahren von einer Fachjury, in der auch die Schulen vertreten waren, gewählte Architektenentwurf, welcher in seinen Grundlagen natürlich bindend ist, beinhaltet eine innovative Schulentwicklung für Werne in den nächsten Jahren. Anregungen und Wünsche der Schulen werden in dem eingerichteten Lenkungsausschuss besprochen und ggf. eingearbeitet.
Mit diesem zukunftsweisenden Schulzentrum soll Werner Kindern entsprechend ihren Begabungen mit höchstmöglicher Förderung eine gute Schulbildung in Werne ermöglicht werden. Rat und Verwaltung verwahren sich somit gegen jede Diskriminierung von Hauptschülerinnen und -schülern, welche wie jedes andere Kind in Werne eine gute Schulbildung erhalten soll und einen Beitrag zu unserer Gesellschaft leistet. Auch unsere Realschule stellt einen wichtigen Baustein in unserer Schullandschaft dar, deren Förderung dem Schulträger wichtig ist.
Aus diesem Grunde kann und werde ich im Interesse von Kindern und Eltern eine Gefährdung des sozialen Friedens nicht dulden. Es ist meine feste Überzeugung, dass Kinder, die bis zu den Sommerferien in den Grundschulen eine Klasse besucht haben und nachmittags in einer Fußballmannschaft spielen, unabhängig von ihrem gewählten Bildungszweig mit einem guten pädagogischen Konzept gedeihlich miteinander ein Schulzentrum teilen können. Ich gehe davon aus, dass die Pädagogen der beiden Schulen nach diesem Grundsatz handeln, konstruktiv zusammenarbeiten und das Schulzentrum für die Werner Kinder und Jugendlichen zu einem Erfolg führen werden.

Lothar Christ
-Bürgermeister-

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