Jubiläumsfeier – 40 Jahre Bündnis 90/Die Grünen Werne 

In den frühen 80er Jahren zur Zeit der Gründung der Grünen im November 1984 standen Themen wie Frieden und Abrüstung im Fokus der öffentlichen Diskussion. Die Gründung der Grünen in Werne erfolgte vor diesem Hintergrund, als eine Gruppe von jungen Menschen beschlossen, die Partei die Grünen in Werne zu gründen. Dies geschah in einer Zeit, die von Demonstrationen, politischen Diskussionen und einem Wandel des gesellschaftlichen Bewusstseins geprägt war. 

“War damals der Protest ein probates Mittel, um festgefahrene politische Gedankenstrukturen aufzulockern, ist heute ebenso ein sachlicher und unideologischer Ansatz nötig, um die gesellschaftlichen Nöte und politischen Krisen gemeinsam zu lösen. Hierzu sind wir alle auf den permanenten Austausch von Meinungen und Positionen angewiesen”, beschreibt Ortsverbandssprecher Christoffer Diedrich. 

„Wir streben stets den Austausch mit möglichst vielen Akteuren rund um aktuelle politisch gesellschaftliche Themen in Werne an und haben uns deswegen sehr über intensive Gespräche und die gelebte Vernetzung nicht nur an diesem Tag gefreut“, ergänzt Ortsverbandssprecherin Rita Benning-Schüttpelz im Nachgang die Entscheidung einen Teil der Feier anderen gesellschaftlich Aktiven zur Verfügung zu stellen. 

Entsprechend lud der Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen zum Anlass der Jubiläumsfeier alle Parteimitglieder, die Grünen aus dem Kreisverband Unna, die anderen politischen Parteien aus Werne und viele Gäste ein. 

So begrüßten die Grünen im Verlauf der Veranstaltung gesellschaftlich aktive Vereine und Initiativen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem World Café. „Der Sinn des World Cafés ist der blitzartige Austausch und die Vernetzung mit vielen Menschen“, erklärte Rita Benning-Schüttpelz. 

Begrüßt wurden folgende Akteure: 

Hockey United e. V., die Arbeitsgemeinschaft Flüchtlinge in Werne e. V., die Initiative Radverkehr in Werne, den Arbeitskreis Eine Welt e.V. Werne, die Grüne Jugend Lünen-Selm-Werne, die Bürgerinitiative Industriegebiet Nordlippestraße, die Klima-Initiative Natürlich Werne!, die Bürger-Energiegenossenschaft LiSe eG, die Freunde des historischen Stadtkerns Werne e. V. sowie Vertreter von Bündnis gegen Rechts. 

Dieses Format kam besonders gut an, so gab es durchweg positives Feedback von den Beteiligten. „Die Idee, Gruppen und Menschen miteinander zu verbinden war toll und es gab viele positive Gespräche, ein gelungener Tag, auf den die Grünen wirklich stolz sein können“, so Uta Kurz von Natürlich! Werne. 

Über 70 Gäste aus den eigenen Reihen, wie etwa Vertreter und Vertreterinnen der anderen grünen Ortsverbände aus dem Kreis Unna, Vertreter der SPD, FDP, der UWW und der Linksfraktion aus Werne sowie die geladenen politisch-gesellschaftlichen Akteure in Werne nahmen aktiv an dem „World Café“ Feierlichkeit teil und verfolgten die spannenden Redebeiträge der Ehrengäste. 

Bürgermeister Lothar Christ gratulierte den Grünen und blickte auf rund 20 Jahre konstruktive Zusammenarbeit mit dem Ortsverband und der Fraktion in Rat und Verwaltung zurück. Diese Zusammenarbeit wäre durch die anderen Parteien im Vergleich zu heute anfangs wohl nicht immer so offen gewesen. So hätte man im Stadtrat 1984 nach einem Wahlerfolg mit 9,2 % der Stimmen und Einzug der Grünen als dritte Fraktion in den Rat „über eine dubiose Gruppe oder einer Partei des Chaos“ gesprochen, erinnerte Bürgermeister Christ. 

Michael Sacher, der seit Mitte 2022 den Wahlkreis Unna 1 im Bundestag als Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen vertritt, lobte als Gastredner den bedeutenden Anteil der Grünen in der Stadt Werne. Er unterstrich die Wichtigkeit des ehrenamtlichen Engagements und die Möglichkeit von politischer Wirksamkeit auf kommunaler Ebene. Gleichzeitig hob er hervor, dass vor allem auf Bundesebene oft Kompromisse notwendig seien, um in Verantwortung für die Gesellschaft zu handeln, was mit Koalitionen einhergehe.  

Weitergehend sprach Alexandra Schoo, Mitglied des Landesvorstands der Grünen NRW. Sie begeisterte die Zuhörenden mit ihrem Beitrag zur politischen Verantwortung und berichtete über die Wirksamkeit des grünen Frauenstatuts, das viele interessante Frauen in die Politik gebracht und gefördert habe, deren Sichtweise ansonsten im politischen Diskurs nicht hinreichend berücksichtigt worden wären. “Politik ist, was du daraus machst! Mit Mut und Empathie die Menschen für grüne Ideen und Lösungen begeistern”, so ein Motto von Alexandra Schoo. 

Benedikt Striepens ließ in seinem Beitrag noch einmal vierzig Jahre grüne Politik in Werne lebendig werden. Humoristisch und mit vielen verwaltungsinternen Details zu den zahlreichen Anträgen und Initiativen skizzierte er die Ära der grünen Arbeit im Ortsverband und Rat. Was als Initiative einer kleinen Gruppe von Abiturienten in “schlabbrigen Ökowollpullovern” 1983 begann, sei heute in der Gesellschaft auch in Werne etabliert. 

„Die Grünen sind nach wie vor ein notwendiges Korrektiv“, erläuterte Benedikt Striepens die Bedeutung der Grünen aus seiner Sicht. „Mut, Wachsamkeit und konstruktive Ideen” wünsche er sich auch für die Zunft. So gab Benedikt Striepens abschließend einen Ausblick auf die weitere Arbeit der Grünen in Werne. 

Im Anschluss der Reden ehrte der Ortsverband Werne, stellvertretend für viele, die sich langjährig politisch engagieren, ihren langjährigen Fraktionssprecher und Gründungsmitglied Benedikt Striepens und Konrad Günther für ihre 40-jährige Tätigkeit in der Politik. 

„Ich merke jetzt, wie alt ich bin. Mein Leben lang haben wir uns gesellschaftlich-politisch engagiert“, bekundete Konrad Günther positiv überrascht. Ebenso anerkennend gewürdigt wurden Sibylle Arlinghaus und Annegert Günther, die sich im Kreistag, als Kassiererin oder auch langjährig für die Erste Frauenalternative und den Eine Welt Laden engagierten. 

Artikel kommentieren