war das Thema zu dem der Ortsverband B90/Die Grünen eingeladen hatte:
Landespolitik, vertreten durch unseren Landtagsabgeordneten Norwich Rüsse, trifft aktive Bauern aus Werne und Vertreter der Bauernschaft, Thomas Döring vom Landwirtschaftsverband und Henrik Plaas-Beisemann von der Landwirtschaftskammer.
Das Treffen fand auf dem Hof von Robert Schulze Kalthoff statt und begann mit einem kleinen Abriss der Entwicklung des Hofes der letzten 50 Jahre und die Gründe der Umstellung auf einen reinen Schweinemastbetrieb, wie er typisch für das Münsterland ist. Beeindruckt hat uns, mit welcher Professionalität heute Landwirtschaft betrieben wird: durch ein austariertes Fütterungssystem konnte der Stickstoffgehalt der anfallenden Gülle um bis zu einem Drittel gesenkt werden. KI basierte Systeme helfen die Bodenbearbeitung schonender durchzuführen, z.B. wird heute kaum noch gepflügt, sondern die Böden werden für die Saat nur „geschlitzt“. Durch zielgerichtete Düngung, verbunden mit der längerfristigen Lagerhaltung der Gülle, kann der optimale Zeitpunkt zum Düngen abgewartet und der Mehrnährstoffdünger Gülle genau an der Pflanze platziert werden.
Viele gesetzliche Regelungen, die zuerst von der Landwirtschaft oft abgelehnt worden sind, haben sich im Nachhinein als sinnvoll erwiesen – natürlich fehlt es oft an der Anpassung regionaler Besonderheiten. Die Nitratbelastung im Grundwasser ist das dringlichste Problem. Hier fühlen sich Bauern durch die Politik als alleiniger Verursacher an den Pranger gestellt. Jedoch sind die durch die Lage und Zahl der Messstellen nicht repräsentiert und in ihrer Betriebsführung (ungerechtfertigt) eingeschränkt.
Überraschend für uns war die große Zustimmung zur Energiewende, also die Elektrifizierung weiterer Bereiche. Auch wünscht sich die Bauernschaft oberirdische Hochspannungsleitungen, da die Eingriffe in Boden und Natur geringer seien als bei Erdkabeln.
Sehr kritisch wird die Ausbreitung der Stadt in die Fläche durch neue Siedlungs- und Gewerbegebiete gesehen – ist einmal eine Bebauung erfolgt ist der Boden für immer verloren.
Das große Engagement der Bauernschaft z.B. in Blühstreifen und in Biodiversitäts-“Inseln“ soll nicht unerwähnt bleiben. Ebenso eine naturschützende Ausübung der Jagd, die uns von Johannes Laurenz näher gebracht wurde.
Langfristig denken (und nicht in Legislaturperioden) und danach handeln – das war allen Teilnehmern sehr wichtig. Das einhellige Resümee war, es ist immer wichtig miteinander zu reden, der persönliche Kontakt und die damit verbundenen „kurzen Wege“ sind unerlässlich. Und,- es sind weitere regelmäßige Treffen angedacht.
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